Sonntag, 10. Februar 2008

Neue Spuren der Römer faszinieren Geschichtsfreunde

ALTSHAUSEN (sz) Zum Thema "Neues auf den Spuren der Römer in Altshausen und Umgebung" spricht der Historiker Marcus Meyer. Er referiert im Rahmen eines von der Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege veranstalteten Dia-Vortrags am Mittwoch, 13. Februar, um 19 Uhr im katholischen Gemeindehaus.

Über 100 Jahre lang ist es seit den letzten Grabungen von 1881 durch Konrad Miller im Gebiet von Altshausen still geblieben. Gegraben wurde damals nach den Überresten eines relativ großen römischen Gutshofes nördlich des heute bebauten Ortsgebietes. Nun haben aber Forschungen in den letzten Jahren, unterstützt durch Ergebnisse von Wärmebild- und sonstigen Fotoaufnahmen aus der Luft, neue Erkenntnisse gebracht. Der Referent, Marcus Meyer, hat Wesentliches dazu beigetragen, über römische Gutshöfe, Säulenhallen und Kornspeicher in Oberschwaben - darunter den römischen Gutshof bei Altshausen, "auf den Mäuerlen" - Altes zusammenzutragen und Neues herauszufinden. Altshausen und ganz Oberschwaben gehörte über 150 Jahre (vom 1. bis zum 3. Jahrhundert nach Christus) zum alten Römischen Reich. Die Altshauser Römervilla hatte nach den mit den modernen Mitteln unserer Zeit ermittelten Ergebnissen eine Ausdehnung von 39 x 37 m. Allein im Erdgeschoss des Gebäudes gab es 17 Räume, davon vermutlich ein Teil mit Bodenheizung. Der Zivilisationsstand jener Zeit konnte erst 1000 Jahre später wieder erreicht werden.


Wie zur Römerzeit auf dem römischen Gutshof in Altshausen und anderen Orten Oberschwabens gelebt, gewohnt, gearbeitet und "gewirtschaftet" wurde, schildert Marcus Meyer in dem Dia-Vortrag. Im Geschichts- und Heimatmuseum Altshausen (jeweils sonntags - außer an Feiertagen - von 14-17 Uhr in den Wintermonaten geöffnet) werden die neuen Erkenntnisse der Forschung laufend berücksichtigt. Ein Besuch lohnt sich. Eintritt für Nichtmitglieder 3,50 Euro, Mitglieder 2,50 Euro. In der Mitgliederzeitschrift Nr. 4 der "Altshauser Hefte", die mit einem Umfang von 116 Seiten erschienen ist, hat Marcus Meyer zusammen mit dem Leiter des Altshauser Progymnasiums, Ralph Lange, zum Thema "Römischer Gutshof in Altshausen" einen Aufsatz geschrieben. Auch Nichtmitglieder können das Heft, solange Vorrat reicht, für 7 Euro, bei Postversand plus Versandkosten, erwerben. Bestellungen bei der Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege, Kreuzweg 6, 88361 Altshausen, Telefon (07584) 3816, oder (07584) 486.

Mittwoch, 6. Februar 2008

IHK fordert Ausbau der B 312

ULM (az) In den vergangenen fünf Jahren habe der Regierungsbezirk Tübingen nur unzureichend von den in Baden-Württemberg zugewiesenen Finanzmitteln profitiert, teilt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm mit. Im Vergleich der drei Regionen des Regierungsbezirks Tübingen sei die IHK-Region Ulm deutlich benachteiligt.

"Wir sind somit ganz am Ende der Tabelle in Baden-Württemberg", kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle die Analyse der IHK. Lediglich neun Bundesstraßenprojekte mit einem Investitionsvolumen von 85,3 Millionen Euro aus der IHK-Region Ulm seien im vordinglichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2003 gelistet, während in der Region Bodensee-Oberschwaben 14 Maßnahmen mit 401,4 Millionen Euro und in der Region Neckar-Alb zwölf Maßnahmen mit 439,1 Millionen Euro realisiert werden sollen. Damit würden pro Quadratkilometer 29 500 Euro investiert, während es in der Region Bodensee-Oberschwaben gut 114 500 Euro und in der Region Neckar-Alb 173 500 Euro seien.

Oberschwaben

Geographie

Oberschwaben liegt im Südosten von Baden-Württemberg und - zum kleineren Teil - im südwestlichen Bayern. Es ist ein Hügelland, das landwirtschaftlich vor allem für die Milchwirtschaft genutzt wird; im Schussenbecken herrschen Hopfengärten und Obstbau vor. Die wichtigsten Städte Oberschwabens sind Friedrichshafen, Ravensburg und Biberach an der Riß. Weite Teile des Gebiets sind aber sehr ländlich geprägt.

Umstritten ist die Ostgrenze: Historisch begründet kann man den Lech als solche ansehen, was die Einbeziehung weiter Teile von Bayerisch-Schwaben bedeuten würde, verbreitet ist heute die Ansicht, die Iller bilde die Ostgrenze Oberschwabens. Bei dem im Jahr 2007 tagenden Schwäbischen Forum für Regionalgeschichte im Memminger Rathaus wurde unterstrichen, dass eben dieser Teil bis nach Weilheim und den Landkreis Augsburg kulturhistorisch zu Oberschwaben zählt und auch weiterhin zu zählen ist. Die Grenze zwischen Württemberg und Bayern ist eine Grenze, welche erst durch Napoleon eingeführt wurde, somit ist auch der Bereich Mittelschwaben erst dadurch entstanden. Ein richtiges Zentrum des Gebietes Oberschwaben gibt es nicht, was auch hier eine eindeutige Identifikation mit der Region schwierig macht. Durch die enge Verknüpfung vor allem der freien Reichststädte Ravensburg, Memmingen, Ulm und Biberach kann gesagt werden, dass vor allem der heute bayerische Bereich direkt an der Iller (auch die Region Donau-Iller) zu Oberschwaben zählt.

Auch wenn die Einwohner der ehemaligen Reichsstadt Ulm und der einstigen Klosterherrschaft Zwiefalten sich nicht als Oberschwaben sehen, so sind die beiden am Rand zur Schwäbischen Alb gelegenen Städte nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell eng mit Oberschwaben verknüpft.

Städte & Orte

Größere und bedeutende Städte und Orte in Oberschwaben; alphabetisch sortiert.
Altshausen
Aulendorf
Bad Buchau
Bad Saulgau
Bad Schussenried
Bad Waldsee
Bad Wurzach
Biberach an der Riß
Ehingen (Donau)
Friedrichshafen
Illertissen
Isny im Allgäu
Laupheim
Leutkirch im Allgäu
Memmingen
Mengen
Neu-Ulm
Ochsenhausen
Ravensburg
Riedlingen
Sigmaringen
Tettnang
Ulm
Wangen im Allgäu
Weingarten (Württemberg)
Weißenhorn

Geschichte

Oberschwaben war seit dem Mittelalter in eine Vielzahl einzelner kleiner Territorien (Ritterschaften, Reichsstädte, Grafschaften, Fürstentümer, Abteien) zersplittert. Durch die Säkularisation wurden 1803 fast alle Klöster aufgelöst, die Mediatisierung bedeutete das Ende der Freien Reichsstädte. Nach dem Ende des Alten Reichs 1806 (siehe auch Reichsdeputationshauptschluss von 1803) kam – endgültig durch den Wiener Kongress 1815 – der größte Teil dieser vorwiegend katholischen Landschaft an das protestantische Königreich Württemberg. Oberschwaben ist unter mehreren Aspekten eine konservative Region, in der die Mentalität mit der etwa in Oberbayern bisweilen verglichen wird. Wie dieses hat Oberschwaben aber auch seine rebellische Seite, die sich auch in der Verehrung des „Schwarzen Vere“, eines um 1800 berüchtigten Räubers, zeigt. Auch im Bauernkrieg war das Oberland ein Zentrum: der wichtige „Baltringer Haufen“ stammt aus dieser Landschaft.

Aussichtspunkte Name Höhe Beschreibung

Bussen 767 m Der Heilige Berg Oberschwabens ist als Aussichtsberg und Wallfahrtsort vielbesucht.
Gehrenberg 754 m Der bei Markdorf gelegene Berg bietet von einem 30 m hohen Aussichtsturm bei schönem Wetter eine herrliche Aussicht auf den Bodensee und die Alpen.
Höchsten 833 m Er ist ein beliebter Aussichtspunkt etwa 17 km nördlich des Bodensees im westlichen Oberschwaben.
Grabener Höhe 754 m Sie befindet sich zwischen Bad Waldsee und Bad Wurzach. Von hier eröffnet sich eine reizende Aussicht auf die Alpen und das Wurzacher Ried, welches das größte Hochmoor Mitteleuropas darstellt.
Waldburg 772 m Sie befindet sich auf einem kegelförmigen Hügel östlich von Ravensburg.


Tourismus

Durch Oberschwaben führen mehrere Touristikstraßen:
Die Oberschwäbische Barockstraße führt über mehrere Routen bis zum Bodensee und zurück. In der Zeit der Gegenreformation (17. Jahrhundert) wurden in Oberschwaben sehr viele prächtige Barockkirchen gebaut.
Die Schwäbische Bäderstraße verbindet die Kurorte mit Thermalbädern.
Der östliche Teil der Deutschen Fachwerkstraße führt von Bad Urach bis zum Bodensee, an die Orte Blaubeuren, Riedlingen, Biberach an der Riß, Pfullendorf und Meersburg.
Die Mühlenstraße Oberschwaben ist die jüngste, 2005 installierte touristische Route und führt zu über 100 Mühlen der Region.

Insgesamt ist die Entwicklung des Tourismus in Oberschwaben in den letzten Jahrzehnten nur schleppend verlaufen. Die angrenzenden Destinationen Allgäu, Schwäbische Alb, Schwarzwald und vor allem der Bodensee prosperierten weit stärker. Nicht zuletzt die Politik hat noch in den 1990er-Jahren darauf verwiesen, dass Oberschwaben eher ein Industriestandort (allerdings nur in wenigen Zentren) denn eine touristische Destination sei. Seit einigen Jahren aber weist Oberschwaben ein ausgeprägtes touristisches Angebot auf. Auch die Politik hat dies erkannt und fördert den Tourismus nun nachhaltig.

Regionale Medien

Die meistgelesene regionale Tageszeitung ist die Schwäbische Zeitung (Leutkirch im Allgäu). Daneben sind in der Nordhälfte die Südwest-Presse (Ulm) und im Bodenseeraum der Südkurier (Konstanz) verbreitet.

Neben dem Südwestrundfunk, der Rundfunk- und Fernsehstudios in Ulm und Friedrichshafen unterhält, gibt es die privaten Radiosender Radio 7, Donau 3 FM und Radio Seefunk, sowie den regionalen Fernsehesender REGIO TV Schwaben und im südlichen Oberschwaben und am Bodensee den regionalen Fernsehsender REGIO TV Euro 3.

Die verbreitetsten Wochenzeitungen sind „INFO“ und „Wochenblatt“, die kostenlos verteilt werden. Neben den tagesaktuellen Medien gibt es monatliche Veranstaltungsmagazine und das jährliche touristische „Oberschwaben Magazin“.

Eisenbahnen

Oberschwaben wird durch verschiedene Eisenbahnlinien erschlossen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Württembergischen Südbahn von Friedrichshafen nach Ulm zu. Von der Südbahn zweigt in Warthausen das so genannte Öchsle, eine Schmalspur-Museumsbahn, ab. Weitere wichtige Bahnlinien sind die Württembergische Allgäubahn von Aulendorf nach Memmingen, die Donautalbahn von Ulm über Sigmaringen ins badische Donaueschingen sowie die Zollernalbbahn (Tübingen – Aulendorf), die auf dem Abschnitt Sigmaringen – Aulendorf Oberschwaben erschließt.

http://de.youtube.com/watch?v=34AoplB9XqM
 
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